Die Angriffe auf die Homöopathie

 

Momentan erleben wir eine bisher beispiellose Kampagne, die die Homöopathie als Methode angreift. Sie bezieht sich hier ausschließlich auf die Argumentation, Homöopathie sei nicht wissenschaftlich und außerdem könne sie durch die hohen Verdünnungen jenseits der Verdünnung von D23 überhaupt nicht mehr wirken, weil ab dieser Verdünnung keinerlei Stoff mehr im Fläschchen oder auf den Kügelchen sei. Sie bezieht sich in ihren pseudowissenschaftlichen Quellenangaben auf solche aus den 90er Jahren. Diese Kampagne wird von Journalisten und einigen inzwischen aufgesprungenen Medizinern geführt und ihr Ziel ist, die Homöopathie

zumindest aus der Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen herauszubekommen, wenn nicht gar gleich in einem Aufwasch mit abzuschaffen. Das ist der Homöopathie in Spanien, Frankreich, der anthroposophischen Medizin in Schweden so ergangen und ist keineswegs ein irrationales Schreckgespenst furchtsamer Homöopathen. In einigen Landesärztekammern wurde die Homöopathie aus dem Katalog der Weiterbildungen herausgenommen, wodurch der Erwerb und das Führen der Zusatzbezeichnung  im Betroffenen Bundesland nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

Zum Stil der Kampagne ist zu bemerken, dass eine Auseinandersetzung mit Vertretern der Homöopathie  um die Wissenschaftlichkeit nicht stattfindet. Da es sich überwiegend um Journalisten, teils auch um Wissenschaftsjournalisten handelt, denen offensichtlich jede Möglichkeit zur Verfügung steht, zu publizieren- was die Homöopathie nicht hat bzw. ihr nicht eingeräumt wird – werden hier lediglich Behauptungen aufgestellt, die genauem Hinsehen und Prüfen nicht standhalten können. Seitens der Kampagneführer wird ein Dogmatismusstreit  um die Unwirksamkeit nichtmaterieller Dosierungen  entfacht. Derlei Auseinandersetzungen haben wir eigentlich ins Mittelalter verortet und geglaubt, es schon lange hinter uns gelassen zu haben.

Interessanterweise können die Kritiker natürlich keineswegs auf eigene Erfahrungen etc. zurückgreifen, da sie ja überwiegend keine Ärzte sind. Selbst der als Kritiker vorne mitmarschierende Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD) hat in seinem Leben lange nicht so viel Patienten behandelt wie ein Allgemeinarzt und weiß auch nicht viel von den individuellen Nöten der Menschen.  Ich stelle hier fest, dass es allen diesen Kritikern vor allem am Begriff der Heilung  mangelt, sie keine Theorie haben, was da im menschlichen, zwischenmenschlichen und biographischen Bereich an Voraussetzngen vorhanden sein muss, dass eine solche Heilung überhaupt stattfinden kann. Denn dass sie stattfinden kann, ist zum Leidwesen der Kritiker nicht nur für die Homöopathie nachgewiesen. Aber wahrscheinlich passt die Anerkennung dieser Tatsache einfach nicht in das manipulative und eiskalte Weltbild, mit den diese Herren die Menschheit „beglücken“ wollen. Weil sie die Tatsache der Heilung nicht verstehen können, bekämpfen sie alle Verfahren, die Heilung durch menschliche Zuwendung erreichen, um so stärker. Auch die Psychotherapie muss sich immer wieder der Studien erwehren, die Antidepressiva als gleichwirksam ansehen. Abgesehen davon, dass man weiß, wer aus solchen Studien finanziellen Vorteil zieht: Sie sind billiger, aber für den, der sie nimmt, bleibt jegliche persönliche Erkenntnis aus-man funktioniert wieder.

Hinsichtlich des Vorwurfs der Unwissenschaftlichkeit ist zu bemerken, dass Wissenschaft im wesentlichen auf 2 Grundvoraussetzungen beruht: Wahrheit und Ordnung. Die Welt muss eine Ordnung haben, sonst lassen sich – nach wissenschaftlicher Erforschung der Grundtatsachen dieser Welt – keine Voraussagen machen, die die allgemeineren Forschungsergebnisse bestätigen.  Um das zu erreichen, muss die Erforschung, Theorieerstellung und -überprüfung wahrhaftig erfolgen, darf nicht gefälscht sein, weil sonst keine zutreffenden Voraussagen erfolgen können. Dass nur die materielle Welt –wie von den Kritikern behauptet, unter diese Voraussetzungen fällt, ist im Sinne der Wissenschaftlichkeit nicht zutreffend.

Tatsächlich gibt es doch den Satz: Messbar machen, was noch nicht messbar ist, und gerade diese Aufforderung zu wahrer Wissenschaft  wird zumindest im Hinblick auf die Homöopathie von interessierten Teilen der medizinisch-wissenschaftlich  Arbeitenden derzeit negiert. Die Voraussetzungen sind extrem ungleich: Nicht nur, dass der Hömöopathie keine Gelder für ihre Grundlagenforschung zur Verfügung gestellt werden, womit sie ihre wissenschaftliche Basis verbreitern könnte, sondern es wird ihr a priori die inzwischen vielfach nachgewiesene Wirksamkeit abgesprochen.  Das ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern, sofern die Kritik von ärztlicher Seite kommt, auch unkollegial.

Inwieweit es politisch gewollt ist, z.B. weil man die Verträge der homöopathischen Ärzte mit den Krankenkassen abschaffen will, kann keiner mit Sicherheit sagen, es ist jedoch anzunehmen, weil den Kritikern beliebig viel Raum in den Medien eingeräumt wird, der Homöopathie jedoch nicht.

Aber-wenn also nichtmaterielle Arzneigaben genauso heilen wie das rechte Wort zum richtigen Zeitpunkt – und ich habe es tausende Male erlebt – , warum besinnen sich die Herren Kritiker nicht auf ihre Pflicht als redliche Wissenschaftler und streben zusammen mit den Homöopathen die hochinteressante Erforschung des Zwischenraums zwischen dieser und der nächsten Welt an?

 

Copyright  bei Wolf-Dieter Schlicksupp, März 2020

 

Nachweise zur Wirksamkeit der Homöopathie finden Sie auf der Website <dzvhae.de>, unter “der aktuelle Stand der  Forschung zur Homöopathie.“

Zum philosophischen Hintergrund : Close, Stuart; Das Wesen der Homöopathie, Narayana-Verlag Kandern 2010 , S. 112 ff.

Zum Heilungspotenzial: Stefanovic, Aleksandar; Das kann die Homöopathie, Simillimum-Verlag Herbolzheim 2014.