In meiner  beruflichen Laufbahn änderte sich mein Blickwinkel auf die Krankheit, die meines Erachtens niemals zufällig, sondern immer sinnvollerweise sich zeigt, vom Vermeiden von krankmachenden Noxen und Bekämpfen krankhafter Körperprozesse immer mehr in Richtung auf eine umfassende Heilung an Körper, Geist und Seele.
 
Es mag gehen, eine Krankheit einmal, zweimal so weg  zu behandeln, dass der Patient  wieder dasselbe Leben wie vor der Krankheit führen kann. Das erscheint mir jedoch nicht erstrebenswert. Denn jede Krankheit enthält meines Erachtens eine Botschaft, deren Entschlüsselung und Integration in sein Leben dem Patienten hilft, sein Leben weiterhin anders, nämlich authentischer und dadurch leichter zu führen. Um das zu erreichen, muss von Arzt und Patient die vollständige Heilung angestrebt werden.
 
Krankheit bewusst zu machen und den Patienten in die Lage zu versetzen dieses Krankheitsstadium auch aufzulösen, ist mein heute, mit dem Patienten angestrebtes Ziel. Das geht natürlich nicht immer auf einmal, aber dann doch Stück für Stück; auch Pausen sind manchmal notwendig.  Dann müssen wieder Heilungshindernisse aus dem Weg geräumt werden. Oder ein Trauerfall verändert ein Leben nachhaltig…..                                                              
Auf diesem Weg kann ich im Rahmen meiner Möglichkeiten ärztlicher Begleiter sein.
 
Mein besonderes Augenmerk gilt den Kindern und ihrer gesunden Entwicklung. Meine Intention ist dabei, die Kinder möglichst lange Kind sein zu lassen, ihnen gesundes Spielen, das ja ihre spätere Fähigkeit heranbildet, kreativ im Erwachsenenleben zu stehen, zu ermöglichen. Es gilt  in unserer Zeit, in der verfrüht Anforderungen auch an die Kinder gestellt werden, die dann wiederum als Krankheitsfaktoren wirken, diesen Kinder doch eine möglichst altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen. Dies  ist wichtig im Hinblick auf das Ziel, gesunde, gedankenklare und selbstbewusste Kinder ins Leben zu entlassen.
(Was ja übrigens auch das erklärte Ziel der Waldorfpädagogik ist).